1.000 Euro und ein Lernroboter für MINT-Angebot der Kita Europaviertel

1.000 Euro und ein Lernroboter für MINT-Angebot der Kita Europaviertel
1.000 Euro und ein Lernroboter für MINT-Angebot der Kita Europaviertel | Bild: Stadt Wiesbaden

Am Donnerstag, 5. März, hat die städtische Kindertagesstätte Europaviertel eine Spende in Höhe von 1.000 Euro entgegengenommen. Das Geld ist für die Weiterentwicklung einer bestehenden Holz und Töpferwerkstatt zu einem MINT Labor vorgesehen. Zusätzlich stellte das Unternehmen Moravia Consulting einen hölzernen Cubetto Lernroboter zur Verfügung, der Kindern ab drei Jahren einen bildschirmfreien Einstieg ins Programmieren ermöglichen soll.

Spende, Kampagne und Ausstattung

Die Zuwendung stammt von der netorium AG. Über eine Aktion auf dem LinkedIn Kanal des Unternehmens waren zunächst 680 Euro zusammengekommen; netorium stockte den Betrag auf 1.000 Euro auf. Bei der Übergabe in der Einrichtung waren Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher anwesend sowie Vertreterinnen und Vertreter der Abteilung Kindertagesstätten und Kindertagespflege, des Fördervereins der Kita, die stellvertretende Kitaleitung und Mitarbeitende von netorium.

Moravia Consulting hatte auf die Aktion aufmerksam geworden und kurzfristig den Cubetto Lernroboter gespendet. Das Gerät soll es Kindern ermöglichen, grundlegende Programmierkonzepte spielerisch und ohne Bildschirm zu erproben.

Peter Frantz, Vorstand der netorium AG, erläuterte, dass Technologie im Unternehmen mehr als Beruf sei und man diese Begeisterung für Technik und Entwicklung teilen wolle. Friederike Herrmann aus dem Marketingteam bezeichnete die Aktion We love MINT als Herzensangelegenheit, mit der das Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern gefördert werden solle.

MINT Schwerpunkt und pädagogische Praxis

Die Kita Europaviertel verfolgt seit mehreren Jahren einen MINT Schwerpunkt. In sieben Gruppen werden 147 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren betreut. 29 Mitarbeitende begleiten die Kinder im Alltag. Grundlage der pädagogischen Arbeit ist das Freinet Konzept, bei dem Lernen an Alltagssituationen anknüpft und Kinder durch Beobachten, Experimentieren und gemeinsames Lösen von Aufgaben angesprochen werden.

Seit 2014 arbeitet die Einrichtung in Kooperation mit Martin Hezel an dem Projekt Der Rote Koffer. Handwerkliche Tätigkeiten wie Sägen oder Hämmern werden dort mit Elementen früher informatischer Bildung verbunden. Beispiele aus dem Alltag der Kita sind ein Parkour für die Logo Maus, eigene Toniboxen und Experimente mit Elektronik. 2020 erhielt die Kita erstmals die Auszeichnung Haus, in dem Kinder forschen; zwei weitere Zertifizierungen folgten.

Dr. Patricia Becher betonte bei der Übergabe, dass frühe MINT Bildung Chancengleichheit und Zukunftskompetenzen stärke. Wenn Kinder lernen, Fragen zu stellen und eigene Lösungen zu entwickeln, gewännen sie Selbstvertrauen und Orientierung für ihren weiteren Bildungsweg. Ihr Dank galt den beteiligten Unternehmen für die Unterstützung.

Nächste Schritte und Vernetzung

Die Spende soll in einen modularen Ausbau des vorhandenen Werkstattbereichs fließen. Ziel ist eine qualitative Weiterentwicklung, damit Kinder naturwissenschaftliche und technische Fragestellungen eigenständig erkunden können. Perspektivisch sollen Materialien auch anderen Einrichtungen zugänglich gemacht werden, sodass das Angebot über die einzelne Kita hinaus wirksam werden kann.

Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit der Netzwerkpartnerschaft der Landeshauptstadt Wiesbaden mit der Stiftung Kinder forschen. Seit Januar 2025 ist die Abteilung Kindertagesstätten und Kindertagespflege Teil des regionalen Netzwerks Wer? WI? Was? Kinder forschen in und um Wiesbaden. Über das Netzwerk erhalten pädagogische Fachkräfte Fortbildungen und Einrichtungen die Möglichkeit zur Zertifizierung.

Nach der Spendenübergabe wurden die nächsten Planungsschritte konkretisiert. Die neuen Angebote sollen schrittweise in den Kita Alltag integriert werden.

Quelle anzeigen

redaktion
Redaktion Erbenheimer Bote 62 Artikel
Lokal. Ehrlich. Direkt.