
Mit einer Auftaktveranstaltung im Rathaus hat die Landeshauptstadt Wiesbaden das inklusive Kunstprojekt touched by art offiziell begonnen. Oberbürgermeister Gert Uwe Mende eröffnete die Veranstaltung und betonte das Ziel, Kunst als Raum für Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe zu nutzen. Das Projekt vereint künstlerische Arbeit mit dem Anspruch, langfristige Strukturen für kulturelle Teilhabe zu schaffen.
Projektidee und Unterstützer
Kern von touched by art ist die Zusammenarbeit in zehn künstlerischen Tandems, jeweils bestehend aus einer Künstlerin oder einem Künstler mit und einer Künstlerin oder einem Künstler ohne Beeinträchtigung. Die Tandems sollen in einer intensiven Arbeitsphase in barrierefreien Ateliers gemeinsam Werke entwickeln. Die Landeshauptstadt sieht das Vorhaben als Impuls für eine inklusive Kulturentwicklung.
Das Projekt hat bereits vor dem offiziellen Start große Aufmerksamkeit erhalten. Als Botschafter unterstützen bekannte Stimmen und Namen die Initiative. Zu den Unterstützern zählen Udo Lindenberg, Yayoi Kusama und Gerhard Richter. Träger und Partner der Eingliederungshilfe wie EVIM, IFB Stiftung, Facettenwerk, Vitos, Werkgemeinschaft sowie Eigenart und die Kunstwerker begleiten die beteiligten Künstlerinnen und Künstler mit Beeinträchtigung.
Arbeitsphasen, Dokumentation und Begleitprogramm
Die künstlerische Arbeit findet in zwei Phasen statt. Jeweils vier Wochen im April und im Mai arbeiten die Tandems im Palasthotel. Parallel werden die Prozesse filmisch dokumentiert, um Einblicke in die Arbeitsweise und die Begegnungen zu ermöglichen. Teil des Begleitprogramms ist eine Kinoveranstaltung am 13. Mai um 17.30 Uhr im Caligari Kino Wiesbaden. Dort wird der Film Zeppelin oben rechts gezeigt. An dem anschließenden Filmgespräch nimmt unter anderem Andreas Winkel, Beauftragter der Hessischen Landesregierung für Menschen mit Behinderungen, teil.
Zu den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern zählen Marion Eichmann, Rene Dantes, Katrin Kampmann, Helge Leiberg, Eva Ohlow, Thomas Reifferscheid, Renata Tumarova, Silvia Willkens, Miriam Vlaming und Susanne Zuehlke. Ergänzt wird das Vorhaben durch ein Tandem in den Bereichen Musik und Literatur.
Präsentation, Auktion und Ausblick
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Präsentation der entstandenen Werke im Sommer. Am 25. Juni werden die Arbeiten im Museum Reinhard Ernst in Kooperation mit dem Auktionshaus Christies versteigert. Die Erlöse sollen in die nachhaltige Förderung inklusiver Kunstprojekte in Wiesbaden fließen. Im Anschluss sind die Arbeiten in einer vierwöchigen Ausstellung im Bellevue Saal zu sehen. Die Ausstellung eröffnet am 17. Juli um 19 Uhr und läuft bis zum 23. August.
Oberbürgermeister Gert Uwe Mende sagte, was heute beginne sei mehr als ein Projekt, es sei eine Haltung. Die kommunale Inklusionsbeauftragte Andrea Hausy, die die Initiative angestoßen hat, verwies darauf, dass Inklusion ein Mehrwert für alle sei, kulturell, gesellschaftlich und menschlich. Die Stadtverwaltung versteht touched by art als langfristigen Impulsgeber, um inklusive Kulturarbeit zu verankern.
Weitere Informationen und aktuelle Hinweise zum Programm finden sich auf den Projektseiten der Stadt Wiesbaden und unter touched-by-art.de.
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